NEW BELR
Made by  Belarusian Artists

Ausstellung

Geiseln

10 December 2020 - 12 December 2020
Hauptkirche St Petri Hamburg 

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Photos: Dmitrij Leltschuk  ©

New Belarus Art präsentiert von Freitag, 10. Dezember 2020 bis Sonntag, 13. Dezember 2020 eine Gruppenausstellung belarussischer Künstler in der Hauptkirche St.-Petri in Hamburg. 

Nachdem das Regime seinen Wahlsieg verkündet hatte und auf die friedlichen Proteste, die bis heute andauern, mit Massenverhaftungen, Repressionen und Folter reagierte, entstand eine weltweite Bewegung der belarussischen Protestkunst. Künstler haben sich zusammengeschlossen und schaffen durch das Prisma ihrer eigenen Wahrnehmung Werke, die besonders aktuell, besonders dringlich und ganz nah am Puls der Zeit sind. 

Jeden Tag entstehen politisierte Werke, in denen neue Helden hervorgehoben und die Anti-Helden ironisiert werden. Meist sind es plakative Illustrationen oder digitale Collagen, die als Reaktion auf die Aktionen des Regimes schnell erstellt werden. Oft sind es auch realistische Fotografien, die die Eigendynamik der Ereignisse dokumentieren. Manchmal sind es minimalistische Grafiken oder ausdrucksstarke Gemälde, die den Schrecken der Gewalt oder das Streben nach Hoffnung ausdrücken. 

Doch nicht alle Künstler interpretieren die aktuellen Themen, die derzeit in aller Munde sind, aber sie alle spüren den Schmerz auf einer metaphysischen Ebene, die sich in irgendeiner Weise auf ihre Arbeit auswirkt. Dieser metaphysische Schmerz ist ein ethnopsychologisches Phänomen, das die Belarussen als Ganzes vereint und sie dazu bewegt, ihr eigenes Wesen und ihre Rolle bei der Bildung des "Neuen Belarus" wiederzuentdecken, einschließlich des Bewusstseins ihres Rechts auf eine freie, unabhängige Existenz und die Schaffung einer originären ethnischen Kultur, einschließlich der zeitgenössischen bildenden Kunst. 

Die Kunstwerke der belarussischen Künstler werden weltweit präsentiert und stoßen auf große öffentliche Resonanz. In Deutschland ist es bereits die dritte Ausstellung in Folge. Die Werke wurden bisher in der St. Marienkirche in Rostock und in der St. Marienkirche in Lübeck gezeigt. Nun öffnet die St. Petri-Kirche in Hamburg ihre Türen am internationalen Tag der Menschenrechte, der am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt wurde. Es ist ein symbolischer Eröffnungstag, denn in Weißrussland werden täglich Menschenrechte verletzt, auch die von Künstlern, von denen viele auf der Flucht sind.

Die Verletzung der Menschenrechte hat nun eine neue Eskalationsstufe erreicht und viele fühlen sich wie hilflose Geiseln, was sich auch im Thema der Ausstellung widerspiegelt. Die Kunst erzählt von den Folgen des Staatsterrorismus und ist damit zutiefst politisch. Sie mobilisiert, informiert, unterhält, ängstigt und überzeugt. 

Am Eröffnungstag werden Teile aus dem Buch "Seeking Justice, Stories of Violence in Belarus" gelesen. Es enthält Dutzende von Veröffentlichungen der belarussischen Medien, die von Folter und anderen Formen der grausamen Behandlung von Menschen zeugen.

Die Ausstellung kann donnerstags und freitags von 15.00 bis 18.30 Uhr, samstags von 10.00 bis 17.00 Uhr und sonntags von 9.00 bis 15.00 Uhr in der St. Marienkirche besucht werden. Es werden 42 Positionen von 12 Künstlern präsentiert. Darunter befinden sich Gemälde, Grafiken, Illustrationen, Fotografien, Animationen und Videoinstallationen von aufstrebenden belarussischen Künstlern, die sowohl in Belarus als auch in der EU leben. 

 
 
 
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